Alp Grüm: Karten 1924 - 1943 Winteraufnahmen (Auswahl)

Das einfachste Unterscheidungsmerkmal ist das grosse, im Sommer 1923 gebaute Stationsgebäude und Restaurant aus Stein. Ansichten von 1924-1943 im Sommer findest Du hier

365-002 Verlag Engadin Press, Samedan. Sammlung Jeremy Rayner
365-002 Verlag Engadin Press, Samedan. Sammlung Jeremy Rayner

Eine fast schon romantische Winteransicht der Berninabahn auf Alp Grüm. Sie basiert jedoch auf einer Sommerkarte, welche nachträglich auf Winter 'getrimmt' wurde.

Die bunte Sommerkarte findest Du hier

 

Geschickt der Retoucheur und viel Aufwand!

 

Sammlung Jeremy Rayner

365-011 Eigenverlag der Berninabahn, Karte ungelaufen
365-011 Eigenverlag der Berninabahn, Karte ungelaufen

Diese tolle Aufnahme hat uns der bekannte Fotograf Albert Steiner beschert.

 

Nebst dem tollen Sujet sollen auch die feinen Kontraste und die Bildkomposition gewürdigt sein!

 

Am 10. März 1928 wurde das bestbekannte Berninakrokodil Ge 4/4 82 der Berninabahn abgeliefert.

 

Hier sehen wir den Fotozug, der auf anderen Bildern auch zu sehen ist, mit einem Gepäckpostwagen FZ, den beiden Vierachsern C4 und zwei BC. Vermutlich ist dieses Bild unmittelbar bei Ablieferung entstanden:

  • Es ist noch Winter und die Lok glänzt fabrikneu
  • Die Skifahrer sind eher leicht gekleidet, das spricht für den Spätwinter
  • Eine solch aufwändige Aufnahme wird wohl eher bei Ablieferung als ein Jahr danach gemacht.

Andere Meinungen oder Fakten?

365-006 Verlag unbekannt. Sammlung J. Rayner
365-006 Verlag unbekannt. Sammlung J. Rayner

Eine seltene Postkarte von Alp Grüm!

Stimmungsvolle, Ruhe ausstrahlende Aufnahme des Bahnhofsgeländes und des auf Gleis 1 wartenden Zuges nach St. Moritz.

 

Sammlung Jeremy Rayner

Am Zugschluss der K 224 aus dem Jahr 1914.

365-007 Veralag unbekannt. Sammlung J. Rayner
365-007 Veralag unbekannt. Sammlung J. Rayner

Hier die Ansicht der Ausfahrt in Richtung Berninahospiz. Der Schnee lässt die Gleislage gut erkennen. Interessant sind auch die Schneerechen oberhalb der Geleise. Erst im Jahr 1949 wurde die Gallerie erstellt.

 

Sammlung Jeremy Rayner

www.berninabahn.ch
365-008 Sammlung Jeremy Rayner

Schneeschleuderfahrt mitten in der Station Alp Grüm. Die R 1051 oder 52 schleudert das Abstellgleise in hohem Bogen frei.

 

Aus der Zeitschrift "Der gute Kamerad", Ausgabe Dezember 1926, aus der Sammlung Jeremy Rayner

 

Die Aufnahme stammt aus den Wintern 24/25 oder 25/26, spätestens November 1926 (Ob es da schon so viel Schnee hat?). Eingrenzen lässt sich das Datum zwischen der Erstellung des steinernen Gebäudes 1924 und der Ausgabe der Zeitschrift.

"Kleine Analyse einer Postkarte"

365-024 Verlag Photoglob-Wehrli A. G. Zürich, gelaufen 7.1.1956
365-024 Verlag Photoglob-Wehrli A. G. Zürich, gelaufen 7.1.1956

Hier sehen wir eine sehr schöne Winteraufnahme der Station Alp Grüm im Winter. Es gibt viele Details darauf zu entdecken und wir widmen uns dem Zusammentragen von Fakten. Die Karte ist postalisch erst im Januar 1956 gelaufen - zu diesem Zeitpunkt war sie schon fast 20 Jahre an Lager. Den Touristen waren die Details wohl ziemlich egal, sie kauften solche Karten nach dem zweifelsfrei grossartigen Panorama. Mich interessieren die Details sehr, denn sie lassen eine ziemlich präzise Einordnung in der Zeit zu.

Das schöne Steingebäude hat im Jahr 1924 die zwei provisorischen Holzgebäude ersetzt.

Vor dem Gebäude steht ein Zug mit einem BCFe4 21-23, welche von der BB im Jahr 1911 beschafft wurden. Wir erkennen den Typ am Gepäcktor. Nicht ganz eindeutig erkennbar ist die Lage der Lyrabügel, welche die Fahrtrichtung klar sichtbar machen würde. Ich vermute, dass der Zug mit grosser Wahrscheinlichkeit in Richtung Süden fährt.

Weshalb? Am anderen Ende des Zugs ist ein "Asnin" eingreiht, einer der beiden Ge 2/2 61/62. Diese Loks wurden als Vorspann für schwerere Züge von Süden nach Norden beschafft und auch so eingesetzt, bis Bernina Hospiz. Dort wurden sie abgehängt und nach Poschiavo zurückgeleitet. Ich kenne bisher nur Ansichten, wo die kleinen Loks direkt vor dem Triebwagen eingereiht waren.

Ein Schieben vom Ende des Zugs her ist auf der kurvenreichen Strecken wenn nicht verboten, dann ein grosses Risiko. Und dass die kleine Güterlokomotive die drei Wagen und den Triebwagen über den Berninapass zieht ist nicht möglich, da dieses Zuggewicht die kleine, zweiachsige Lok überfordern würde.

Das Gewicht des Zuges (Personenwagen BC und zwei Gepäck- und/oder Postwagen) ist für den Triebwagen unkritisch, den könnte er problemlos alleine über den Berg ziehen. Also sprechen diese Fakten dafür, dass die kleine Lok am Ende des Zuges in den Süden überführt wird.

Am rechten Bildrand erkennen wir das Gebäude der Zentrale Palü, eines Teils der Anlagen der KWB (Kraftwerke Brusio, heute Repower). Diese wurde 1927 in Betrieb genommen. Wir sehen auch noch das Trasse der Baubahn, welche der Erstellung der Staumauer des Palüsees und dem Bau der Zentrale diente.

Auf einer anderen Aufnahme ist das Gebäude im November 1926 noch mit einem Gerüst versehen. Da die Baubahn danach wieder abgebrochen wurde (sicher nicht im Winter), können wir die Aufnahme dieser Foto für die Postkarte auf Winter 1926/27 datieren.

 

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