Alp Grüm bis 1923

Diese Epoche ist gut daran erkennbar, dass die Stationsgebäude und das Buffet auf Alp Grüm noch im bescheidenen Holzbau erstellt wurden. In kürzester Zeit wurde im Sommer 1923 das bis heute äusserlich fast unverändert gebliebene, markante Steinhaus erstellt. Ab 1928 übernahm die Mitropa die Bewirtung auf Alp Grüm. Im Jahr 2013 wurde dann umfassend renoviert.

 

Hier der Link zum empfehlenswerten Hotel Restaurant Alp Grüm www.daprimo.com/htm/alp-grum-gallery.html

320-007 Verlag Wehrli A.G., Kilchberg. Abzug von Glasplatte
320-007 Verlag Wehrli A.G., Kilchberg. Abzug von Glasplatte

Hier ein grossformatiger Abzug (ca. 18x24 cm), vermutlich direkt ab einer Glasplatte, denn die Auflösung ist hervorragend!

 

Wir erkennen die Station Alp Grüm in einem sehr frühen Stadium, im Jahr 1910 oder 11. Das lässt sich anhand des Diapositivs weiter unten datieren.


Da und dort sind noch Baumaterialen erkennbar, es steht auch noch ein Zelt und diverse Baracken sind ebenfalls vorhanden.

 

Das bergseitige Abstellgeleise ist noch nicht vorhanden, der Einbau ist 1911 oder 1912 erfolgt. Vergleiche auch mit anderen Karten weiter unten.

Detail aus obigem Bild
Detail aus obigem Bild

Hier eine Vergrösserung von der Ausfahrt. Ungewohnt erscheint der kleine Abstand zwischen dem Geleise und dem Holzhaus rechts. Beide Häuser (Restaurant) wurden abgerissen, als dann 1928 das steinerne, heute noch eindrückliche Restaurant gebaut wurde. Das runde Zelt ist ungewöhnlich. Die Fahrleitung ist in der Innenkurve aufgebaut, damit die Passagiere einen ungehinderten Ausblick ins Tal haben.

 

Verlag: Engadin Press Co, Samaden. Karte ungelaufen
Verlag: Engadin Press Co, Samaden. Karte ungelaufen

Seltene, sehr schöne Karte mit Nahaufnahme eines Kurzzuges in der Station. Aus dieser Perspektive gibt zwar es viele Karten (siehe weiter unten), diese ist jedoch harmonisch ausgewogen. Das Stumpengeleise gibt es auch hier noch nicht.

 

Gesehen im Februar 2011 bei Ricardo, ab Fr. 150 bei Anbieter "leecollect"

 

Verlag Photoglob, Karte ungelaufen
Verlag Photoglob, Karte ungelaufen

Und hier noch eine frühe Karte vom dritten "Big Player" im Kartengeschäft mit der Berninabahn - Photoglob. Leider ist die Karte ziemlich grobkörnig gedruckt, mehr lässt sich leider nicht herausholen. Dennoch eine pittoreske Aufnahme, es scheint Nebensaison zu sein, die Tische des Restaurants sind nicht zu sehen.

 

Ausschnitt aus obiger Karte
Ausschnitt aus obiger Karte

Die zwei Triebwagen stehen in der Nachmittagssonne neben dem kleinen Aufnahmegebäude. Es dürften wohl die letzten Züge des Tages sein, die Schatten sind lang. Das bergseitige Abstellgleis ist gut zu erkenne, ebenso, dass ein Teil des ersten Geleises aufgefüllt ist, damit die Damen und Herren gut zum Gleis zwei kommen.

 

Verlag: Wehrli A.-G., Kilchberg-Zürich. Karte ungelaufen
Verlag: Wehrli A.-G., Kilchberg-Zürich. Karte ungelaufen

Hervorragende, colorierte Karte in ausgezeichnetem, neuen Zustand. Sie wurde sehr sorgfältig eingefärbt und stellt viele Details aus der Eröffnungszeit dar.

 

Detail aus obiger Karte
Detail aus obiger Karte

Hier sind die verschiedenen Bauten rund um den Bahnhof Alp Grüm zu sehen:

Links oben die Gebäude des Restaurants, die bereits eine Erweiterung talwärts erfahren haben. Gegen die Bildmitte sind die weiss gedeckten Tische für diejenigen Gäste erkennbar, welche gerne an der freien Luft essen. Dann folgt der Zaun und dann das WC-Häuschen. Der Holzbau vorne rechts ist das eigentliche Bahnhofsgebäude. An der Stirnfront des Triebwagens wurde "Hand angelegt", vermutlich war der Schatten zu stark.

Verlag Wehrli A.-G., Kilchberg-Zürich. Karte gelaufen 1924
Verlag Wehrli A.-G., Kilchberg-Zürich. Karte gelaufen 1924

Hier eine ziemlich stark retouchierte Karte von Alp Grüm. Die beiden Holzhäuser wurden stark bearbeitet. Wir erkennen wieder das weisse Zelt. Die Aufnahme ist jedoch kein Derivat von der oben gezeigten Glasplatten-Aufnahme.

 

360-020 Privataufnahme Kleinformat, leider undatiert
360-020 Privataufnahme Kleinformat, leider undatiert

Ist das nicht eine stimmungsvolle Aufnahme? Zwei Herren geniessen die Pause und die Sonne in Alp Grüm und lassen sich neben dem BCe4 11 ablichten. Ich schätze, dass die Aufnahme aus den frühen 20er-Jahren stammt. Privatfotos waren damals noch eine äusserst luxuriöse Angelegenheit!

Top-Rarität!


Hier eine noch nie gesehene Perspektive auf die frühe Station Alp Grüm!


Seit über 60 Jahren ist diese Sicht nicht mehr möglich, weil an dieser Stelle die Gallerie Grüm steht.


Das bergseitige Abstellgleis ist erstellt oder im Bau, die Aufnahme muss 1911 erfolgt sein. Sie ist in einem Artikel über die Berninabahn im "Scientific American" vom 23. März 1912 erschienen, ein ganz aktuelles Foto wäre noch im Schnee gewesen. Gut erkennt man auch den neuen Weg von der Station zum alten Pfad.


Danke an Jeremy Rayner für diese Trouvaille!

Eine kleine Rechereche anhand eines Familienbilds

350-002 Privates Stereo-Diapositiv
350-002 Privates Stereo-Diapositiv

Eine einmalige Aufnahme aus dem Jahr 1912! Ein Familienfoto mit Kindern und Hund. Nicht nur die Tatsache, dass sich die Leute eine Bahnfahrt leisten konnten und die Kinder sehr elegant angezogen sind deuten auf eine wohlhabende Klientel hin, sondern auch der Fakt, dass überhaupt privat fotografiert wurde. Ich habe noch ein zweites Bild aus der gleichen Sammlung, welches Ospizio Bernina zeigt.

 

So sieht das ganze aus, die Dia-Positive sind unter einem Glas vereint. Das Scannen musste ich einem Fachgeschäft überlassen.

Im Ausschnitt kümmern wir uns nun etwas um die Bahninfrastruktur: Wir erkennen den senkrecht stehenden Schlagbaum, der den Fussgängern das Übertreten der Geleise bei Zugsankunft unterband. Gut erkennen wir rechts vom Weichengewicht die Aufnahmegabel dafür.


Selbstversändlich ist der Zugang zu den Geleisen mit einer einfachen Metallstange umzäunt. Dies sieht man auch auf anderen, ganz alten Aufnahmen gut.

 

Die Weichenlaterne trägt vermutlich die 3 - leider ist es nicht sehr gut erkennbar.


Interessantes Detail: Das Abstellgleis hinten ist noch nicht richtig eingeschottert - musste es einfach schnell und billig gehen? Das Gleis wurde sicher vor 1912 erstellt, vermutlich 1911.

Anhand einer Glasplattenaufnahme aus der selben Zeit, können wir den Fotostandort dieser Szene bestimmen: Die Stühle rechts im Vordergrund des Familienbildes geben uns an, dass die Gartenwirtschaft unmittelbar angrenzt. Zudem erkennen wir den Weg, der zum Restaurant Fanconi und zum Bellavista hoch gehen.

 

Der orange Pfeil weist darauf hin, dass auf dieser Aufnahme der Schlagbaum gesenkt ist. Der grüne Pfeil ist die ungefähre Fotorichtung.