Montebello-Kurve (Fortsetzung)

Im Laufe der Jahre wurde die Fahrleitung in der engen Montebellokurze umgebaut und die Masten auf der Aussenseite der Kurve platziert. Bisher habe ich keine genaueren Informationen zu den Hintergründen. Es müssen gewichtige gewesen sein, denn die Berninabahn war in der ganzen Zeit ihres Betriebs defizitär - trotz des Ruhmes, den sie hatte. Kein einziges Mal wurde eine Dividende ausbezahlt. Der Vorteil der Fahrleitungs-Umbau-'Aktion' ist heute, dass die Aufnahme zeitlich grob eingeteilt werden können.

220-002e Kolorierte Version der Aufnahme weiter unten im Archiv RhB
220-002e Kolorierte Version der Aufnahme weiter unten im Archiv RhB

Ab ca. 1920: Masten auf der Kurven Aussenseite

220-025 Verlag Hugo Kopp, Zürich, Karte gelaufen 1967
220-025 Verlag Hugo Kopp, Zürich, Karte gelaufen 1967

Diese frühe Aufnahme zeigt einen schönen Ausflugszug der Berninabahn: Vorne einer der kurzen Triebwagen BCe 4 1-15, dahinter ein BC und ein Aussichtswagen.

Die Vergrösserung zeigt, wie die Konturen und Linien der Fahrzeuge nachgezogen werden mussten.

220-001a Verlag Photographie B. Schocher, Pontresina, Karte ungelaufen
220-001a Verlag Photographie B. Schocher, Pontresina, Karte ungelaufen

Tolle Fotografie eines ähnlichen Zuges, aber gut ausgeleuchtet. So können wir sogar den Triebwagen als BCFe 4/4 22 identifizieren, der heute noch als historisches Fahrzeug ABe 4/4 30 die Bahnkultur-Fans erfreut.

 

1956 wurde das Gepäckabteil entfernt, so dass dieser Triebwagen einen anderen Grundriss und eine andere LüP hat als die anderen "kleinen" ABe 4/4, wie zB. der 34er.

220-021 Spini & Bui, Photo und Verlag, St. Moritz. Karte ungelaufen
220-021 Spini & Bui, Photo und Verlag, St. Moritz. Karte ungelaufen

Interessant finde ich die Schlichtheit und die Stille der Ansicht: Kein Zug, kein Auto oder Fuhrwerk und das breite Panorama ist in Querformat gequetscht. Der Fokus scheint auf den Schienen. Was wollte der Fotograf einfangen? Der Fotoverlag ist mir unbekannt.

 

Es fallen auf:

  1. Die Kreuzung mit der Bernina-Passstrasse ist mit einem Andreaskreuz gesichert.
  2. Der doppelte Fahrdraht mit der einfachen Aufhängung
  3. Die etwas eigenartige Längsachse der Schienen gegenüber dem Hintergrund. Die Fortsetzung passt nicht zur Linkskurve, die Bahn würde nach aussen kippen. Die  Lupe bringt es an den Tag: Das Geleise im Vordergrund stammt von einem anderen Bild.
  4. Es gibt einen massiven Zaun hinter dem A-Kreuz.
220-002 Verlag Albert Steiner
220-002 Verlag Albert Steiner

Eine sehr bekannte Aufnahme, mit grosser Wahrscheinlichkeit der selbe (Foto)Zug wie oben. Albert Steiner war quasi der 'Hausfotograf' der Berninabahn und der umtriebige Berninabahn Direktor Zimmermann setzte alle (Marketing)-Hebel in Bewegung, seine Bahn bekannter zu machen. Die offenen Wagen waren eine Sensation - und die musste unter die Leute!

 

Die beiden Aussichtswagen sind ausserhalb der Touristensaison als normale offene Güterwagen unterwegs (L 383 und 352). Sie wurden beide 1926 in Betrieb genommen, gehören also zu den letzten Fahrzeugen, die von der BB beschafft, resp. umgebaut wurden.

 

Diese Aufnahme musste auch für die waghalsige "Fake"-Postkarte von Pontresina herhalten, siehe hier

220-005a Eigenverlag der Berninabahn, ungelaufen
220-005a Eigenverlag der Berninabahn, ungelaufen

Eine wunderschöne, sehr bekannte Aufnahme mit dem einmaligen Panorama der Montebellokurve.

Es handelt sich um einen Fotozug, der an verschiedenen Stellen fotografiert wurde: BCe4 8  C 151 und 152, Aussichtswagen L...

 

Die Aufnahme ist leider nicht datiert. Da aber der Triebwagen an der Front noch alle Steckdosen hat, ist sie wohl vor 1920 entstanden.

 

Vergleiche den Wuchs der kleinen Nadelbäume mit der Aufnahme unten. Wieviele Jahre liegen dazwischen - 10 bis 15 Jahre? Wer kennt sich aus mit der Wuchsgeschwindigkeit auf 2000 Metern Höhe?

 

Diese Aufnahme war auch Gegenstand des Bernina-Wettbewerbs

220-006 Archiv RhB
220-006 Archiv RhB

Im oder nach dem Jahr 1929 wurde die Aufnahme gemacht: Die Güterlokomotive 181 ist nur noch 4-achsig unterwegs.

 

Im Jahr 1929 wurde der wuchtige Dreiecksantrieb auf zwei Drehgestelle mit drei Achsen entfernt und die Lok zur Ge 4/4 umgebaut. Seither war sie vorzugsweise für die Beförderung der Expresszüge mit den Mitropa Speisewagen im Einsatz.

 

Der Zug besteht aus einem Gepäckwagen, einem der beiden Vierachser C4ü 151/152, einem Salonwagen B4ü 161/162

 

Die Lok ist seit 1970 bei der Museumsbahn Blonay Chamby. Im Jahr 2019 wurde sie, mustergültig renoviert, wieder in Betrieb genommen.

 

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