Erholungs- und diätetische Höhen-Kuranstalt "Chantarella", später Hotel Chantarella

Wie schon erwäht, war das 1912 eröffnete Erholungs- und diätetische Höhen-Kuranstalt "Chantarella" einer der massgeblichen Gründe für den Bau der Standseilbahn St. Moritz - Chantarella.

  • Gründungsgesellschaft: Hochalpine Erholungs und diätetische Kuranstalt Chantarella AG
  • Initiant: E. Thoma-Badrutt, St. Moritz
  • Architekt: E. Vogt, Luzern
  • Bauleitung: Chaletfabrik Davos AG, Celerina
  • Baugesuch: 5. September 1911
  • Bewilligung: 28. September 1911
  • Bauzeit: 1911/12 (Anbau Westflügel: 1913)
  • Eröffnung: 20. Dezember 1912

 

Der leitende Arzt der Erholungs- und diätetischen Höhen-Kuranstalt Chantarella war Dr. med. Prohaska. Die wirtschaftliche Leitung hatte E. Thoma-Badrutt.

 

In der Höhen-Kuranstalt wurden Patienten mit Krankheiten aufgenommen, bei denen das Hochgebirgsklima zur schnelleren Genesung beitrug, ausgenommen Tuberkulose, infektiöse Krankheiten und Geisteskrankheiten.

 

Der Umbau zum Hotel Chantarella erfolgte 1920. Das Wintersporthotel war ein gepflegtes Erstklasshaus, das jeweils von Mitte Dezember bis Ende März geöffnet hatte. Es umfasste 160 Betten, vorwiegend Südzimmer mit Balkon, Privatbäder, ein Restaurant mit Sonnenterrasse, ein Orchester für Tanz und Unterhaltung sowie eine eigene Eis- und Curlingbahn. Aufgrund des Rückgangs der Logiernächte wurde das Hotel Chantarella 1985 geschlossen. Nach einigen Jahren des Leerstands und vielen erfolglosen Versuchen, den Hotelbetrieb wieder aufzunehmen, wurde das in der Zwischenzeit völlig heruntergekommene Haus im Jahr 2001 abgebrochen.

720-111 Foto: Wehrli AG, Kilchberg-Zürich © Schweizerische Nationalbibliothek
720-111 Foto: Wehrli AG, Kilchberg-Zürich © Schweizerische Nationalbibliothek

Aufnahmen der Kuranstalt ohne Westflügel sind äusserst selten, deshalb hier nochmals ein Ausschnitt aus der Foto vom Eröffnungswinter.

720-110 Foto: Dokumentationsbibliothek, St. Moritz
720-110 Foto: Dokumentationsbibliothek, St. Moritz

Top-Aufnahme! Pittoreske Privatfoto eines geniessenden Paares, aufgenommen bei Salastrains. Das Gebäude der Klink oder des Hotels ist nun bereits erweitert und man erkennt Gäste, die in Liegestühlen aufgereiht die Engadiner Sonne geniessen. Die Station Chantarella ist noch im Ursprungszustand. Rechts unten sind in der Vergrösserung Skifahrer zu erkennen, der Hang wird fleissig befahren. Im Hintergrund (über der Zipfelmütze der Dame) erkenne wir die markante Trasse der Muottas Muragl Bahn.

720-004 Bild zVfg D. Honegger
720-004 Bild zVfg D. Honegger

Berühmte Gäste vor dem Hotel Chantarella: Hermann Hesse und Thomas Mann im Februar 1937.

Copyright: Paul bei www.dyxum.com
Copyright: Paul bei www.dyxum.com

Wie sich die Gegend um Chantarella in den letzten 60 Jahren entwickelt hat, findet hier einen interessanten Fotovergleich von 1964 bis 2011 www.dyxum.com/dforum/chantarella-exit_topic87636.html

Tipp: Auf der sehr informativen Webseite www.engadin-history.ch gibt es verschiedene weitere historische Bilder und Ansichten des Hotel Chantarella, auch einen Zeitungsartikel des Abbruchs.