Der RhB Bahnhof St. Moritz im Bau

Hier ist der nördliche Ausgangspunkt der Berninabahn. Die folgenden Seiten zeigen die Bahnanlagen in St. Moritz noch ohne die Berninabahn.

 

Die Gemeinde St. Moritz wollte ursprünglich keinen Bahnhof, der die freie Sicht auf den See und die Berge verstellte, und plädierte darum für eine Untertunnelung von St. Moritz. Die Bahnbauer bevorzugten aus wirtschaftlichen Überlegungen einen Standort, der die einfache Weiterführung der Bahnlinie über den Malojapass nach Chiavenna sichern sollte. Entschieden wurde der Streit durch die Schweizerische Landesregierung, der Bahnhof wurde an seiner heutigen Stelle erbaut.

 

Die Rhätische Bahn erreichte St. Moritz am 10. Juli 1904 und wollte die Berninabahn partout nicht ihren Bahnhof mitbenutzen lassen - es ging so weit, dass es einen Bundesgerichtsentscheid brauchte, der die RhB verpflichtete, der Berninabahn die Mitbenutzung des Bahnhofs zu ermöglichen. Es wurde offenbar mit harten Bandagen gekämpft!

 

ca. 1890

 

Hier präsentiert sich der Innfall noch weit weg vom Geschehen in St. Moritz.

 

Das flache Gelände, wo bald die Bahnhofsanlagen gebaut werden, ist noch völlig frei!

101-006 Verlag: Römmler und Jonas, Dresden. Karte gelaufen 13.7.1903
101-006 Verlag: Römmler und Jonas, Dresden. Karte gelaufen 13.7.1903

So sah das Bahnhofgelände um die Jahrhundertwende aus: Keine Bahn, keine Strasse, keine Infrastruktur. Interessant an der Karte ist auch, dass ein Verlag aus Dresden sich dieses Sujets annahm!

Die Karte an das Fräulein Emma Waldmeier brauchte von St. Moritz nach Rheinfelden gleich lange wie heutzutage (nur 1 Tag!)

101-005 Sammlung LOC
101-005 Sammlung LOC

Eine sehr sorgfältig und schön colorierte Ansicht von St. Moritz. Auch hier ist das Bahnhofsgelände noch ganz frei, jedoch ist die Strasse vom Dorf zur Innbrücke ziemlich breit angelegt. Die Chantarella-Bahn ist auch noch nicht existent. Ein paar Hotelgebäude stehen schon - bald wird der Boom losgehen!

Jetzt kommt die Bahn!

Sehr frühe Karte mit dem Bahnhof St. Moritz - vermutlich noch im Bau oder kurz nach Abschluss

 

Jetzt sind die Bahnanlagen der Rhätischen Bahn präsent. Ganz frisch noch die Böschungen mit dem Schüttmaterial.

 

Während der Innfall noch unverändert plätschert, sind in St. Moritz Bad grosse Hotelanlagen erstellt worden.

 

 

101-036 Verlag Guler. Sammlung Jeremy Rayner
101-036 Verlag Guler. Sammlung Jeremy Rayner

Eine tolle Ansicht mit vielen Details.

 

Rechts sehen wir den Auslaufkanal des St. Moritzer Sees für das Kraftwerk St. Moritz, der ab 1887 das Wasser für die Stromversorgung des Hotel Kulm nutzte.

 

Sammlung Jeremy Rayner

In der Vergrösserung sehen wir das noch ganz frisch in die Landschaft "gestellte" Portal des Charnadüra-Tunnels der RhB. Noch interessanter ist das Gerüst mit dem Schuttkegel. Vermutlich ist es für die Aufschüttung der Ebenen Fläche des Bahnhofs St. Moritz.

 

Ich denke nicht, dass es mit der Berninbahn zu tun hat. Da der Viadukt noch zu bauen ist, wird wohl kaum vorher loses Gestein aufgeschüttet.

Verlag R. Guler, St. Moritz. Karte gelaufen 1905
Verlag R. Guler, St. Moritz. Karte gelaufen 1905

Eine sehr frühe Postkarte vom Bahnhof St. Moritz.

 

Vermutlich ist dieser noch im Bau, denn man erkennt auf dem Detailausschnitt weiter unten, dass rechts noch eine Material- oder Feldbahn installiert und dass diverses Baumaterial vorhanden ist.

Die Drehscheibe links befindet sich noch im Bau - man beachte den beachtlichen Berg Aushub.

 

Unten links fehlt noch ein langer Schuppen (siehe nächste, ähnliche Karte). Die Gleisanlagen scheinen komplett.

713-004 Verlag Wehrli A.G., Kilchberg, Zürich. Karte gelaufen am 12.7.1908
713-004 Verlag Wehrli A.G., Kilchberg, Zürich. Karte gelaufen am 12.7.1908

Diese schöne Aufnahme rückt das Hotel Bahnhof in das Zentrum. Es hebt sich sehr gut vom See als Hintergrund ab. Ein sehr frühes Bild, sind doch die Gleisanlagen der Rhätischen Bahn im Ursprungszustand.


Die "Fortsetzung" nach Maloja scheint erst frisch angelegt.

101-025 Verlag: Edition Photoglob, Zürich. Karte ungelaufen
101-025 Verlag: Edition Photoglob, Zürich. Karte ungelaufen

Ebenfalls frühe Aufnahme des Bahnhof St. Moritz, hier scheint alles fertig und in Ordnung zu sein.

 

Im Gegensatz zu obiger Aufnahme ist die Drehscheibe links nun fertig gebaut

 

Ausschnitt aus obiger Karte. Man beachte die vielen Details, zB. das Fuhrwerk vor dem Schuppen und die gut sichtbaren Gleisanlagen

Verlag R. Guler, St. Moritz. Karte gelaufen am 10.9.1906
Verlag R. Guler, St. Moritz. Karte gelaufen am 10.9.1906

Hier nochmals eine ganz ähnliche Karte, vermutlich gab es einen guten Fotostandort.

 

Die Gleisanlagen sind schon etwas mehr verschmutzt. Sonst ist gähnende Leere auf dem Areal


101-026 Verlag: CAES Dresden (!)   Karte ungelaufen
101-026 Verlag: CAES Dresden (!) Karte ungelaufen

Hier noch eine sehr frühe Aufnahme. Man erkennt die frühen Zweiachswagen mit dem nur flach gewölbten Dach.

 

 

Karte ungelaufen

Detailausschnitt aus obiger Karte

 

 

Respekt! Mit kleinster Schrift wurde ein halber Roman verfasst. Leider ist mir die Sütterlin-Schrift nicht geläufig...

Verlag: Engadin Press
Verlag: Engadin Press

Eine schöne Sicht auf das noch beschauliche St. Moritz. Das Planum des Bahnhofs hebt sich deutlich von der Umgebung ab.


Die Böschungen sind inzwischen bewachsen, die Bahnanlagen aber immer noch überschaubar.

 

Interessantes Detail ist die metallene Brücke / Kran rechts der Mitte.

 

Etwas gar stark retouchiert wurde die Strasse vom Bahnhof zum Hotel.

Uebersicht über St. Moritz, die Bahnanlagen der Frühzeit und den noch unverbauten Innfall

 

Photographie-Verlag Wehrli A.-G. Kilchberg, Zürich

 

gelaufen 1907

Verlag: Engadin Press
Verlag: Engadin Press

Still ruht der See (und der Bahnbetrieb). Das Hotel Bristol dominiert den Bahnhof, so scheint es!


Die Uferstrasse scheint eben gerade fertig gestellt.

101-035b Verlag Engadin Press, Samedan. Karte gelaufen 1914
101-035b Verlag Engadin Press, Samedan. Karte gelaufen 1914

Tief verschneit zeigt sich hier der Bahnhof St. Moritz. Noch ist nur die RhB 'anwesend'.

Hier ein Detailausschnitt: Anhand des Gebäudes links der Mitte (Rest. Bacchetti) erkennt man, dass die Berninabahn noch nicht präsent ist.

 

Jedoch erkennt man schwach unter der Schneedecke die Spuren der Baubahn für die BB!

101-034 Kartenverlag nicht bekannt. Sammlung J. Rayner
101-034 Kartenverlag nicht bekannt. Sammlung J. Rayner

Eine schöne Winterkarte aus dem frühen St. Moritz.

 

Die Aufnahme lässt sich zeitlich einfach bestimmen: Das bekannte spätere Hotel Bellaval heisst "Bristol", diesen Namen trägt es ab 1907. Der Bahnhof der Berninabahn ist noch nicht realisiert und das Restaurant Bacchetti (abgebrochten 1907/08) steht noch auf seinem Platz.

 

Wäre dem scharfen Blick von Jeremy nicht ein wichtiges Detail aufgefallen, wäre es keine besondere Karte, aber.....

....in der Vergrösserung erkennen wir eine Baubahn, die sich auf einer filigranen hölzernen Brücke über den Inn erstreckt!

 

Entweder ist sie für den Bau des Viadukts der Berninabahn über den Inn bestimmt, oder als Transportbahn für den Charnadüra-Tunnel. Dessen Ausbruch ist jedoch für die Trassee-Schüttung in Richtung Celerina Staz verwendet worden, das sieht man deutlich auf frühen Postkarten von Celerina.

 

Verlag: Wehrli, Kilchberg Zürich
Verlag: Wehrli, Kilchberg Zürich

Tolle Karte aus alten Zeiten in St. Moritz! Kutschen warten auf die Gäste, rechts am Bildrand noch die Fahne einer Dampflok.

 

 

Sammlung D. Honegger

101-001 Verlag Engadin Press, Samaden. Karte gelaufen 24. Mai 2011
101-001 Verlag Engadin Press, Samaden. Karte gelaufen 24. Mai 2011

Hier ein ganz ähnliche Karte wie oben. Interessant sind die Kutschen, die vorderste im Bild wirbt für "Caspar Badrutt's Palace"

 

Sammlung Roland Hildbrunner

 

 

Neues Bahnhofgebäude von 1928

101-002 Verlag unbekannt. Karte gelaufen 1937
101-002 Verlag unbekannt. Karte gelaufen 1937

Im Winter wird von Kutschen auf Pferdeschlitten gewechselt. Hier eine sehr schöne Karte mit wartenden Gespannen auf dem Bahnhofvorplatz.

 

Sammlung D. Honegger

 

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